Geschichte
Geschichtliche Daten über die Gemeinde Langenargen
An einer der breitesten und malerischsten Stellen des Bodensees, zwischen den Mündungen der Flüsse "Argen" und "Schussen", liegt Langenargen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Sees bietet sich dem Auge ein herrlicher Blick auf die Schweizer und österreichischen Alpen.
I. Frühes mittelalter
770 Arguna (Langenargen) wird in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen erstmals urkundlich erwähnt. Abdruck des verschollenen Originals im St. Galler Urkundenbuch "Codex traditionum" von 1645.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
<Schenkungsurkunde aus dem Jahr 793>
(Quelle: Stiftsarchiv CH St. Gallen
Transkription/Übersetzung: Benjamin Husemann, Kreisarchiv Bodenseekreis)
II. Hoch- und Spätmittelalter
1150 Erster urkundlicher Beleg für Langenargen als Handels- und Schiffslandeplatz.
1290 Langenargen gelangt endgültig in den Besitz der Grafen von Montfort.
Um 1330 Graf Wilhelm II lässt auf der kleinen Insel vor Langenargen eine Burg erbauen.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
15. Jahrhundert Graf Hugo XIII erwirkt einige städtische Rechte für Langenargen, z.B. die Errichtung des Gredhauses für den Warenumschlag vom Schiffs- und Landverkehr, die Erhebung von Zöllen auf die umgeschlagenen Waren, die Abhaltung von Jahr- und Wochenmärkten.
1453 Langenargen erhält das Stadtrecht von Kaiser Friedrich III.
1489 Urban Rieger, der spätere bedeutende Reformator "Urbanus Rhegius", wird in Langenargen geboren.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
III. Frühe Neuzeit
1577 Erster Nachweis für das Vorhandensein einer Schule am Ort.
1618-1649 Starke Zerstörungen während des 30-jährigen Krieges: Auch die montfortische Burg und die Langenargener Münzstätte sind hiervon betroffen.
1625 In der Folge eines Hexenprozesses wird Anna Lohr aus Langenargen wegen "Schadenszaubers" vor dem Tribunal in Tettnang verurteilt, enthauptet und anschließend verbrannt.
1660-1665 Wiederaufbau des Schlosses durch Graf Johann von Montfort.
1694 Ein Kapuzinerkloster wird durch Graf Anton gegenüber dem Schloss angesiedelt.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
Ende 17. Jahrhundert Stadt- und Burgbefestigung werden nach und nach abgetragen, die wehrhafte Burg Argen wird zu einem Schloss ausgebaut.
1716 – 18 Neubau des Spitals.
1718 – 22 Neubau der Pfarrkirche.
1724 Der berühmte Barockmaler Franz Anton Maulbertsch wird in Langenargen geboren.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
1740 Graf Ernst baut das barocke Pfarrhaus.
IV. Moderne
Niedergang der montfortischen Landesherren -
Habsburgische und Wittelsbacher Herrschaft
1780 Österreich treibt die ruinös bewirtschaftete Grafschaft Montfort, von langer Hand vorbereitet, in die Zahlungsunfähigkeit. Die montfortischen Herrschaften werden sodann zu einem Schleuderpreis dem Haus Habsburg übereignet, das Grafengeschlecht selbst sinkt 1787 ins Grab. Einige seiner repräsentativen Bauten bleiben erhalten und prägen das Ortsbild bis zur Gegenwart.
1805 Langenargen wird bayerisch.
Langenargen unter der Krone Württembergs
1810 Im Gefolge der Mediatisierung und damit zusammenhängender territorialer Umgestaltungen wird Langenargen der Krone Württembergs zugeschlagen. Es verliert seine zentralörtlichen Funktionen, das Stadtrecht kommt "außer Gebrauch". Nachdem das montfortische Schloss unter österreichischer Regierung als Gefängnis genutzt worden war, wurde es unter bayerischer Herrschaft auf Abbruch verkauft. Das württembergische Königshaus verfügt allerdings alsbald die Beendigung der Abbrucharbeiten.
1811 Die Auswirkungen der Säkularistation erreichen auch Langenargen: König Friedrich von Württemberg verfügt die Aufhebung des Kapuzinerklosters, die Klosterkirche und ein Großteil des weiteren Gebäudekomplexes werden abgerissen.
1848 Im Rahmen revolutionärer Umwälzungen erfolgt eine Abschaffung des lebenslangen Anspruchs auf Gemeindeämter (Schultheiß, Gemeinderat). Außerdem wird Schultheiß Johann Gottlieb Hutten in die Württembergische Ständekammer gewählt; er bekennt sich dort zur fortschrittlichen Linken. Nach dem Ende der revolutionären Phase muß Hutten, wie viele andere Gesinnungsgenossen auch, in die Vereinigten Staaten emigrieren. Dr. Johannes Baptist von Kiene, späterer württembergischer Justizminister und Mitbegründer der Zentrumspartei, erblickt in Langenargen das Licht der Welt.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
1861 Das neue Schloss wird gebaut.
1870 Albert Schilling veröffentlicht erstmals eine gedruckte Chronik über Langenargen und die Grafen von Montfort.
1875 Der deutsche Kronprinz und spätere Kaiser Friedrich weilt in Langenargen.
1897 Karl von Leibbrand erbaut mit einer Spannweite von 72 Metern die erste älteste Kabelhängebrücke Deutschlands, die die Argen überspannt. Die Spannweite beträgt 72 Meter. Die dicken Stahltrossen sind durch beiderseits angeordnete Pylonen an den Brückenenden gezogen.

1899 Langenargen wird an das Eisenbahnnetz, die sogenannte "Bodensee-Gürtelbahn", angeschlossen. Die politische Gemeinde Langenargen nimmt das ehemalige montfortische Hoheitszeichen, den roten Gonfanon, als ihr neues Gemeindewappen an.
< Zum Vergrössern bitte anklicken > 
Erster Weltkrieg, Novemberrevolution und Weimarer Republik
1914 Einweihung der evangelischen Pfarrkirche sowie des evangelischen Pfarr- und Schulhauses.
1914-1918 41 Langenargener haben auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges ihr Leben lassen müssen.
1918/1919 Novemberrevolution und Beginn der Weimarer Republik: Erstmals finden demokratische Wahlen am Ort unter Einbeziehung aller Stände und der Frauen statt.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
1920 Das Institut für Seenforschung wird durch den späteren Langenargener Ehrenbürger Dr. h.c. Eugen Kauffmann mitbegründet.
1927 Pfarrer Hermann Eggart veröffentlicht "Die Geschichte von Langenargen und des Hauses Montfort". Dieses Standardwerk der Ortsgeschichte stellt die Fortschreibung der Kichlerschen Chronik von 1911 dar.
Drittes Reich und Zweiter Weltkrieg
1933 Nationalsozialistische Machtübernahme: Beendigung des demokratischen Gefüges, Ausbau der NS-Organisationen am Ort und tiefgreifende Umgestaltung des gesellschaftlichen Lebens.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
1937 Eingemeindung Oberdorfs nach Langenargen.
1938 Die Gemeinde wird südlichster Standort der Kriegsmarine im alten Reichsgebiet.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
1940 Eine Bürgergemeinschaft sammelt Geld für den Erwerb des Schlosses Montfort und verpachtet es als Kurhaus an die Gemeinde Langenargen.
1945 Kapitulation und Kriegsende: Langenargen hat 168 Kriegstote und 34 Vermisste zu beklagen. Das öffentliche Leben wird für lange Jahre von der am Ort stark vertretenen französischen Besatzungsmacht einschneidend geprägt.
Jüngste geschichtliche Entwicklung
1951 Neubau eines Schulhauses; diese Bildungseinrichtung erhält ab 1969 den Namen "Franz-Anton-Maulbertsch-Schule".
1952 Abbruch der alten Oberdorfer Pfarrkirche am Friedhof.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
1961 Schloss Montfort kommt in den Besitz der Gemeinde.
1963 "Seegfrörne" (sehr seltenes Naturschauspiel, wenn der Bodensee von Ufer zu Ufer zufriert): Begründung der Städtefreundschaft mit dem schweizerischen Arbon.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
1970 Glanzvolle Feierlichkeiten anlässlich der 1200 Jahre zurückreichenden erstmaligen urkundlichen Erwähnung Langenargens.
1973 Vollständige Renovierung des Spitals und Ausbau zu einem modernen Altenpflegeheim.
1976 Vom Verein zur Förderung und Pflege der Kunst wird ein Museum eingerichtet. Es beherbergt unter anderem Portraits der Grafen von Montfort, Dokumente zur Heimatgeschichte, Münzen der Grafschaft Montfort aus der Langenargener und Tettnanger Münze, Brakteaten aus dem Bodenseeraum, kirchliche Kunst, Plastik- und Tafelbilder, herausragende Werke der bekannten Künstler Franz Anton Maulbertsch, Andreas Brugger und Karl Caspar sowie eine Sammlung von Hans Purrmann.
1976 Erstes Uferfest mit Seefeuerwerk anlässlich der weitläufig erweiterten Uferpromenade.
1984 Renovierung des Rathauses und Verlegung des Sitzungssaals in das Erdgeschoss.
1986 Umbau und Sanierung des sogenannten Münzhofs. Beim Münzhof handelt es sich um eines der ältesten Gebäude aus der montfortischen Zeit. Das ursprüngliche Gebäude wurde schon im Jahr 1632 von den Schweden zerstört. Am 10. Juli 1733 wurde der im Jahre 1674 wieder aufgebaute Münzhof vom Blitz getroffen und brannte samt der in seiner Nähe stehenden Zehntscheuer ab. Als Münzstätte dienten noch etliche Jahrzehnte die Nebengebäude des Münzhofes. 1763 wurde die Münzstätte in Langenargen endgültig geschlossen. Die Zehntscheuer (heutiger Münzhof) wurde im Jahre 1735 wieder aufgebaut. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gebäude als Bauhof für die Gemeinde genutzt; außerdem befanden sich im Obergeschoss mehrere Wohnungen. Seit Mai 1988 bietet das Gebäude Platz für die öffentliche „Bücherei im Münzhof“ sowie einen Saal für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen. Bau eines Sportzentrums mit 2 Fußballplätzen, Kampfbahn, Eisstockschützenanlage, Tennisplätzen und Tennishalle. Endgültiger Abzug der französischen Garnison aus Langenargen
1990 Das Projekt "Erzählte Geschichten Langenargen" wird vom Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg als "vorbildliche kommunale Bürgeraktion" ausgezeichnet. Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen mit der sächsischen Gemeinde Höckendorf nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs".
1991 Beginn der Städtefreundschaft mit Bois-le-Roi in Frankreich.
1993 Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand besuchen Langenargen.
< Zum Vergrössern bitte anklicken >
1994 Abschluss der Maßnahme der Neugestaltung der Straßen, Gehwege und Plätze im Kernbereich, dem sogenannten "Städtle".
1993 – 1995 Grundlegender Umbau und Erweiterung des Strandbads.
1997 Begründung der Künstler-Stipendien im neurenovierten "Kavalierhaus". Feierlichkeiten zur 550-jährigen Wiederkehr der Marktrechtsverleihung.
1999 Ein Jahrhunderthochwasser überflutet große Teile der seenahen Wohngebiete Langenargens.
2000 Anerkennung der Seniorenbegegnungsstätte als vorbildliche kommunale Bürgeraktion durch die Landregierung Baden-Württemberg. Beginn der Patenschaft mit dem deutsch-französichen Husarenregiment in Immendingen.
2003 Einweihung der neuen Sporthalle im Ortsteil Bierkeller- Waldeck. Begründung einer Patenschaft mit der Luftlandesanitätskompanie (SpezEins) in Merzig. Der Gemeinde Langenargen wird im im Bundeswettbewerb Entente Florale „Unsere Stadt blüht auf“ eine Goldmedaille verliehen.
2004 Das Innenministerium des Landes Baden-Württemberg zeichnet die Kinderspielstadt "Mini-LA" als vorbildliche kommunale Bürgeraktion aus.
2005 Der Gemeinde Langenargen wird die Ehrenfahne des Europarates in Anerkennung ihrer Verdienste um die europäische Verständigung und Einheit verliehen.
2006 Begründung einer Städtepartnerschaft mit Noli (Italien). Einweihung des neuen Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhauses in Oberdorf.
2010 Erster Bürgerentscheid in der Ortsgeschichte: Die Langenargener entscheiden sich gegen einen Beschluss der Gemeinderats-Mehrheit für die Erhaltung des Hauptschulstandorts.
2011 Enthüllung einer Tafel mit den wichtigsten Daten zur Ortsgeschichte an der Südfassade des Rathauses, gestiftet von der ortsansässigen Carl und Carola Winter-Stiftung.
< Download Geschichte Langenargen 1900 – 1999 (pdf, 3,2MB) >
Buchverkauf
Wir bieten eine kleine Auswahl an Büchern von Langenargen an, die Sie in unserem Bürgerservice im Rathaus (EG) erwerben können:
BILDBAND LANGENARGEN
Erwerben Sie den neuen, reich bebilderten Band von Langenargen. 88 Seiten, fester Einband, 3-sprachig.
Kosten: 18.- Euro.
LANGENARGENER GESCHICHTEN

Sie erhalten die "Langenargener Geschichte(n)" in folgendem Umfang:
Band 1
Band 2 vergriffen
Band 3 (Gemeinde am See)
Band 4 (Langenargen in alter Zeit)
Band 5 (Langenargen im Königreich Württemberg)
Band 6 (500 Jahre Stiftung zum Heiligen Geist)
Band 7 (Schloss Montfort)
Band 8 (Langenargen im 20. Jahrhundert)
BRÜCKENBÜCHER
Außerdem können Sie zwei Bücher über die älteste Kabelhängebrücke Europas, die Langenargen und Kressbronn verbindet, erwerben.
HISTORISCHER FÜHRER
Interessieren Sie sich für die historischen Gebäude in Langenargen? Dann ist der historische Führer hilfreich bei Ihrem Rundgang durch Langenargen und klärt Sie zur Geschichte der einzelnen Sehenswürdigkeiten auf.
BILDERMAPPE ALTE ANSICHTEN
Eine Mappe mit Bildern die „Alte Ansichten von Langenargen“ zeigt, vermittelt Ihnen einen Eindruck unseres schönen Ortes zu „alter Zeit“.
KOSTEN
Bildband Langenargen
Langenarger Geschichten
Band 1: 8,- Euro
Band 3: 8,- Euro
Band 4: 8,- Euro
Band 5: 8,- Euro
Band 6: 8,- Euro
Band 7: 8,- Euro
Band 8: 8,- Euro
Brückenbücher
12,50 Euro und 5,- Euro
Historischer Führer
1,- Euro
Bildermappe Alte Ansichten
10,- Euro
Broschüre "Die Bedeutung der Straßennamen in Langenargen und seinen Teilorten"
10,- Euro
Weiteres ortsgeschichtliches Schriftgut können Sie im Archivbereich kostenfrei herunterladen.
Bitte beachten Sie:
Bücher und Hefte können auch gegen Rechnung an Sie versendet werden (Buchkosten + Versandkosten)