PRojekt JA!: JUNG & ALT
1. WAS IST DAS PROJEKT JA! ?
JA! ist ein Projekt, bei dem sich Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 11 und 17 Jahren in der Gemeinde Langenargen sozial engagieren: Sie helfen älteren bzw. hilfebedürftigen Menschen, indem sie alltägliche Arbeiten für diese erledigen oder gesellschaftliche Funktionen übernehmen.
2. PROJEKTLEITUNG
Die Projektleitung liegt in den Händen von:
Frau Annette Herrmann
Sozialdienst Seniorenwohnanlage
Eugen-Kauffmann-Str. 2
88085
Langenargen
Tel.: 07543/499028
e-mail: sewola@web.de
und
Frau Gisela Sterk, (Dipl.-Sozialarbeiterin, FH),
Jugendbeauftragte
Obere Seestr. 1
88085 Langenargen
Tel.: 07543/9330-47
e-mail: sterk@langenargen.de
3. WELCHE TÄTIGKEITEN FÜHREN DIE JUGENDLICHEN AUS?
Garten und Haus:
gießen – mähen – Kehrwoche – Auto waschen – Fahrrad putzen und reparieren
Haushalt:
saugen – spülen – wischen – Fenster putzen - umräumen
Besorgungen:
einkaufen – Botengänge – Erledigungen
Haustiere:
Gassi gehen – versorgen
Betreuung:
spielen – aufpassen – spazieren gehen
Unterhaltung:
vorlesen – spielen – reden
Begleitung:
in den Ort – zum Arzt – zur Bank – in die Seniorenbegegnungsstätte
Sonstiges:
Briefe schreiben – Computerarbeiten – Formulare ausfüllen – individuelle Aufgaben
4. WER SIND DIE HELFERINNEN?
Die HelferInnen sind Schülerinnen und Schüler aus Langenargen, im Alter zwischen 11 und 17 Jahren.
5. WER SIND DIE AUFTRAGGEBER?
Die Auftraggeber sind überwiegend ältere Personen aus Langenargen. Gleichzeitig zählen auch jüngere BürgerInnen dazu, die in einer Notlage sind und Hilfe benötigen, z.B. bei Krankheit oder Geburt.
6. WIE WERDEN DIE ARBEITSAUFTRÄGE AUFGEGEBEN?
Die Personen, die einen Helfer wollen, geben ihren Auftrag telefonisch dienstags und donnerstags von 10 – 11 Uhr bei Frau Herrmann auf.
Außerhalb dieser Zeit haben die Auftraggeber immer die Möglichkeit, ihren Auftrag auf den Anrufbeantworter von Frau Sterk oder Frau Herrmann zu sprechen. Dieser wird regelmäßig abgehört. Eine Kontaktaufnahme mit dem Auftraggeber erfolgt dann sofort über die Projektleiterinnen.
7. WIE ERFOLGT DIE VERMITTLUNG DER JUGENDLICHEN?
Die Projektleiterin, bei der der Auftrag eingegangen ist, leitet den Auftrag an die ehrenamtliche Projekt-Mitarbeiterin weiter. Diese ermittelt nun den passenden Jugendlichen.
8. WIE ERFOLGT DIE „AUFTRAGSABWICKLUNG“?
Die jungen HelferInnen erfahren von ihrem Auftrag per Telefon durch die ehrenamtliche Mitarbeiterin. Der Jugendliche nimmt selbst, möglichst noch am selben Tag der Auftragsannahme, mit dem Auftraggeber telefonisch Kontakt auf, um einen Termin zur Auftragsdurchführung zu vereinbaren und den Auftrag entsprechend den Vereinbarungen zu erledigen.
9. AUFWANDSENTSCHÄDIGUNG
Oftmals verrichten die Jugendlichen auch schwere körperliche Arbeiten und viele Auftraggeber möchten die Jugendlichen für eine gut ausgeführte Arbeit entlohnen. Deshab haben sich die Projektleiterinnen, nach reiflicher Überlegung, dafür entschieden, dass die jungen HelferInnen eine kleine Aufwandsentschädigung für ihren Dienst erhalten sollen. Empfohlen werden 1 € pro Viertelstunde bzw. 2 € pro halbe Stunde etc.. Die Höhe der Aufwandsentschädigung ist eine Empfehlung und kein „Muss“. Die Aufwandsentschädigung lehnt sich am Babysitterlohn an.
10. DER PROJEKTAUSWEIS
Die jungen HelferInnen bekommen bei Projekteintritt einen Projektausweis, der die Projektzugehörigkeit bestätigt und bei jedem Auftrag vorgelegt werden muß. Er dient den Auftraggebern zur Sicherheit. Insbesondere für die Dokumentation von Einkaufsaufträgen und die Aushändigung von Bargeld sind im Projektausweis Sonderseiten eingerichtet, auf denen die korrekte Abrechnung der Geldbeträge jeweils gegenseitig bestätigt werden muß. Weiterhin dient der Ausweis der Dokumentation aller erledigten Aufträge und bestätigt die Aushändigung der Aufwandsentschädigung.
Auch die Teilnahme an Fortbildungen und Qualifizierungsmaßnahmen wird im Projektausweis dokumentiert.
11. BETREUUNG UND SCHULUNG DER JUGENDLICHEN
Die beteiligten Kinder und Jugendlichen des Projekts nehmen regelmäßig an Schulungen und Qualifizierungsmaßnahmen teil, um sich auf die Arbeit mit älteren Menschen vorzubereiten und sich über relevante Themen zu informieren. Die Schulungen werden von den Projektleiterinnen in Kooperation mit sozialen Einrichtungen innerhalb oder außerhalb der Gemeinde durchgeführt.
Ferner finden regelmäßige Gruppentreffen zum Austausch statt.
12. VERSICHERUNG
Drei Versicherungsbereiche kommen beim Projekt JA! zum Tragen:
Krankenversicherung: die private Krankenversicherung kommt auf.
Unfallversicherung: für alle HelferInnen wurde vonseiten der Gemeinde eine Unfallversicherung abgeschlossen.
Haftpflichtversicherung: für alle HelferInnen wurde vonseiten der Gemeinde eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Nur bei grob fahrlässigem Verhalten muss die private Haftpflichtversicherung des Helfers einspringen.
13. KOOPERATIONEN
Mit verschiedenen Einrichtungen in Langenargen erfolgt eine enge Zusammenarbeit und Unterstützung:
Bürgermeister
Gemeindeverwaltung
Nachbarschaftshilfe
Ärzte
Sparkasse Bodensee
Volksbank Tettnang
Evangelische und katholische Kirche
Massagepraxen
Krankengymnasten
Pflegedienste
Langenargener Einzelhandel
Franz-Anton-Maulbertsch-Schule
14. GUTSCHEINE
In verschiedenen Langenargener Geschäften werden Geschenk-Gutscheine im Wert von jeweils 4 € zum Verkauf angeboten. Mit diesen Gutscheinen kann jeder ( z.B. dem Nachbarn, den Eltern/Großeltern oder einem Freund) eine einstündige kostenlose Hilfe durch einen jugendlichen Helfer verschenken. Der Beschenkte kann den Gutschein jederzeit einlösen und händigt dem Jugendlichen nach der Auftragserledigung anstelle einer Aufwandsentschädigung einfach den Gutschein aus. Die Jugendlichen wiederum können sich den Gegenwert der Gutscheine auf der Gemeindekasse im Rathaus oder bei der Jugendbeauftragten auszahlen lassen.
Auch die Gemeinde Langenargen unterstützt das Projekt JA! beispielsweise indem die Geburtstagsjubilare einen Geschenk- Gutschein im Wert einer 30-minütigen kostenlosen Hilfe erhalten.
15. ERFAHRUNGSBERICHT
Ein Projekt von Jugendlichen für ältere Menschen stößt naturgemäß anfänglich zunächst einmal auf große Skepsis. An engagierten und zuverlässigen Jugendlichen fehlte es noch nie, sondern anfangs eher an mutigen Auftraggebern, die den Jugendlichen Derartiges zutrauen. Mittlerweile findet das Projekt jedoch in Langenargen großen Zuspruch und wird von bislang über 60 vorwiegend älteren Bürgern sehr gerne und teilweise auch regelmäßig wöchentlich in Anspruch genommen.
Das Projekt JA! ist bislang einzigartig aber durchaus nachahmenswert und v.a. sehr einfach auf andere Kommunen übertragbar. Die Projektleiterinnen möchten zur Nachahmung ermutigen und stehen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.