Ausstellung Langenargener Fastnachtsbilder im Rathausfoyer

Rechtzeitig zum Beginn der Langenargener Fasnet wurden die Schautafeln der bisherigen Revolutionsausstellung im Rathaus-Foyer neu bestückt: Im Mittelpunkt einer nunmehr dort zu sehenden Präsentation steht die geschichtliche Entwicklung des örtlichen Mummenschanzes. Das älteste Bildmaterial zur Langenargener Fasnet ist bereits über 120 Jahre alt, dieses Brauchtum selbst korrespondiert historisch mit den christlichen Wurzeln der Fastnacht und der konfessionellen Prägung des Montforterlandes.

Zwischen den Rauhnächten und dem Beginn der 40-tägigen Fastenzeit wurde in der Grafschaft Montfort, welche den Katholizismus zur Staatsreligion erkoren hatte, traditionell die Fastnacht als Verkörperung des Übels vor der Zeit des Heils zelebriert und gefeiert – es handelte sich um eine Art obrigkeitlich geduldeten Ventils für die Volksseele. Das davon abgeleitete „Narren-Recht“ beinhaltete nicht nur die kurzzeitigen Hingabe an allerlei erdenkliche leibliche Genüsse, es eröffnete vielmehr auch die Möglichkeit, maskiert und zumeist ungestraft eine Persiflage der weltlichen und geistlichen Obrigkeiten vornehmen zu dürfen. Davon wurde in Langenargen ausgiebig Gebrauch gemacht, das Absingen von Revolutionsliedern aber auch die „Beerdigung“ der Fasnet als Parodie auf kirchliche Zeremonien legten darüber ein beredtes Zeugnis ab.Mit der Gründung einer Narrenzunft vor nunmehr 64 Jahren erhielt das Fastnachtsbrauchtum einen organisatorischen Überbau und wurde unter dem „Dammglonker“-Gründungszunftmeister Julius Birkhofer im Sinne schwäbisch-alemannischer Brauchtumstradition ausgebaut. Es entstanden ortstypische Masken, auch konnte die Straßenfasnet mit Narrenbaumsetzen, Rathaussturm und einem großen Umzug als Höhepunkt weiter belebt sowie neue Bälle eingeführt werden. Außerdem gibt es seither den Langenargener „Dammglonker“-Narrenmarsch.Die Ausstellung berichtet nicht zuletzt über diese Gründerzeit der „Dammglonker“-Zunft in den Nachkriegsjahren – geprägt vom ausgelassenen Frohsinn des „Wirtschaftswunders“ nach entbehrungsreichen Kriegs- und Krisenzeiten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie wurde mit über 80 Fotografien und Dokumenten aus Archiven sowie privaten Fotoalben bestückt und spannt einen Bilderbogen von der ‚alten Zeit‘ bis hin zur Gegenwart. Ihr Titel klingt nicht für jedermann vertraut, für Langenargener Fastnachtsnarren hingegen sehr wohl: „Kappenalle No!“. Es handelt sich hierbei um eine Sequenz aus der „Kehraus-Litanei“ des begnadeten einstmaligen Zeremonienmeisters Paul Doster. Ihm und den Gründervätern und –müttern des organisierten Fastnachtsbrauchtums in Langenargen soll diese Ausstellung gewidmet sein. Sie kann bis Aschermittwoch während der Öffnungszeiten des Bürgerservices besichtigt werden, die interessierte Bevölkerung ist herzlich eingeladen.


Zufrieden nach getaner Arbeit: Die Fasnets-Ausstellung im Langenargener Rathausfoyer wurde von drei bei der Gemeindeverwaltung tätigen Argenhexen zusammengestellt. 


Text: Gemeinde Langenargen;
Bild: Gemeinde Langenargen;

 

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