Museum

Kunst-Schatzkästchen am Bodensee

Mitten in Langenargen, gegenüber der spätbarocken Pfarrkirche St. Martin und dem angebauten Hospital zum Hl. Geist, befindet sich im ehemaligen Pfarrhof das Museum Langenargen heute ein international bekanntes Kleinod am Bodensee. Die Sammlung umfasst Kunstwerke und Zeugnisse aus der über 1200-jährigen Geschichte Langenargens und der damit eng verknüpften Geschichte der Grafschaft Montfort.
 
Zu den Exponaten zählen herausragende Gemälde, Plastiken, Grafiken, aber auch Münzen und Medaillen vom Mittelalter bis in die Gegenwart, deren Schöpfer*innen dem Bodenseeraum und Langenargen in besonderer Weise verbunden sind. Neben dem romanischen Gebo-Kreuz präsentiert das Museum unter anderem Gemälde des aus Langenargen stammenden Barockkünstlers Franz Anton Maulbertsch und seines Schülers Andreas Brugger.
 
Kunst des 20. Jahrhunderts bildet einen Hauptschwerpunkt, der momentan um Gegenwartspositionen erweitert wird. Dazu gehören hochkarätige Bestände von Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann sowie von Jan Balet. Auch die Maler*innen Maria Caspar-Filser, Karl Caspar, Felicitas Köster-Caspar, André Ficus und Julius Herburger sowie die Bildhauer*innen Hilde Broër und Berthold Müller-Oerlinghausen sind mit wichtigen Werken vertreten.
 
Parallel zur Dauerausstellung, die gerade neu organisiert wird, präsentiert das Museum Langenargen jeweils von März bis Oktober eine Sonderausstellung. Dazwischen ist das Haus zur Winterpause geschlossen.
 

Sommerausstellung 2020:

Im Dialog mit Hans Purrmann – Kunst der Moderne und Gegenwart in Langenargen

Die diesjährige Sommerausstellung lenkt das Augenmerk auf den renommierten Matisse-Schüler Hans Purrmann (1880–1966), dessen Werk einen Sammlungsschwerpunkt des Museums Langenargen bildet. Purrmann gilt als bedeutender Kolorist der Moderne, der mit seinen farbintensiven Landschaften, Interieurs, Stillleben, Akten und Porträts einen ganz eigenen künstlerischen Weg beschritten hat. Ergänzt um ausgesuchte Leihgaben, konzentriert sich die Ausstellung insbesondere auf Purrmanns überaus produktive Bodensee-Aufenthalte zwischen 1916 und 1935.
 
Die Präsentation beschränkt sich nicht alleine auf Purrmanns Gemälde, sondern umfasst auch herausragende, zum Teil selten gezeigte Arbeiten auf Papier. Darunter befinden sich fünf bislang unbekannte Zeichnungen im Museumsbesitz, die für diese Ausstellung aufwändig restauriert wurden. Die grafischen Werke offenbaren Purrmanns virtuosen Umgang mit Linie, Fläche, Figur und Raum und führen eindrucksvoll vor Augen, dass er auch jenseits der Farbe ein Meister seines Fachs war.
 
Um Purrmanns Œuvre in einem größeren Kontext zu beleuchten, eröffnet die Ausstellung drei spannungsreiche künstlerische Dialoge: Der erste Dialog beinhaltet Werke von Wegbegleiterinnen und -begleitern in Langenargen und am Bodensee, darunter vor allem von seiner Ehefrau Mathilde Vollmoeller-Purrmann sowie von Karl Einhart, Rudolf Großman, Julius Herburger, Marcel Dornier, Maria-Caspar Filser oder Karl Caspar.
 
Eine eindrucksvolle und anregende Brücke zur Gegenwart schlägt der zweite Dialog mit drei zeitgenössischen Künstlerinnen in Langenargen, die sich zum Teil ausdrücklich auf Purrmanns Werke beziehen: Inge Kracht, Dietlinde Stengelin und Annette Weber.
 
Ein dritter Dialog entspinnt sich mit der Dauerausstellung des Museums: Werke mit christlichen Motiven von Purrmann und anderen der Genannten sollen in den Räumen zum Mittelalter und der Frühen Neuzeit zur Diskussion darüber anregen, welche Relevanz Religion und religiöse Bilder in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts besitzen.
 
Die Ausstellung "Im Dialog mit Hans Purrmann" ist bis zum 1. November 2020 geöffnet. Aufgrund der Corona-Krise herrschen leider eingeschränkte Öffnungszeiten, die Sie unter www.museum-langenargen.de ersehen können.
 
Eintritt
Erwachsene: 5,- Euro
Ermäßigte: 4,-
Freier Eintritt: ECHT BODENSEE CARD, Gästekarte Langenargen, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
 
Sonderführungen für Kleingruppen bis zu fünf Personen sind ab dem 27. Juli 2020 unter info@museum-langenargen.de buchbar
Reguläre Führung: 30 Euro + ermäßigter Eintritt je Person
Kuratorenführung: 50 Euro + ermäßigter Eintritt je Person
Weitere Informationen zum Museum finden Sie unter www.museum-langenargen.de.

Zur Geschichte des Museums

In den 1970er Jahren sollte der verwahrloste, zwischen 1735 und 1740 erbaute ehemalige Pfarrhof einem modernen Wohnhaus weichen. Doch die Baugesellschaft hatte nicht mit dem Widerstand der Langenargener gerechnet. Aufgrund eines Bürgerbegehrens wurde das spätbarocke Gebäude 1973 unter Denkmalschutz gestellt und der Abrissplan konnte somit vereitelt werden.

Als Prof. Eduard Hindelang 1970 das Ausstellungsprogramm für die 1200-Jahrfeier von Langenargen organisierte, kam ihm der Gedanke an ein bleibendes Museum – ein Gedanke, der ihn seitdem nicht mehr losließ. Er begeisterte seine Mitbürger, gründete 1975 einen Museumsverein und wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Gemeinde kaufte das im Verfall begriffene Haus. Von Anfang an stand die gesamte Museumsarbeit auf ehrenamtlicher Basis, viele freiwillige Arbeitsstunden wurden bei der gründlichen Innenrenovierung des Pfarrhofes geleistet. Am 30. Mai 1976 konnte das Museum schließlich eröffnet werden.

Heute ist das Museum mit seiner einzigartigen Sammlung weit über die Bodenseeregion hinaus bekannt. Neue Schätze – von Prof. Hindelang mit sicherem Instinkt aufgespürt und erworben – konnten den Sammlungsbestand des Museums vergrößern.
 
2012 trat Dr. Angela Heilmann die Nachfolge von Prof. Hindelang an und leitete die Geschicke des Museums bis zu ihrem Tod 2017. Im November 2018 wurde der Kunsthistoriker Priv.-Doz. Dr. Ralf Michael Fischer zum 1. Vorsitzenden gewählt und übernahm die Leitung des Museums.
 
Seit Beginn wird das Museum Langenargen auf ehrenamtlicher Basis geführt. Umfasste der Museumsverein anfangs 38 Mitglieder, so sind es heute über 1.000. Da das Haus auf Zuwendungen und ehrenamtliches Engagement angewiesen ist, um zum Beispiel die großzügigen Öffnungszeiten anbieten zu können, sind neue Mitglieder höchst willkommen. Den Mitgliedsantrag finden Sie hier. ((148 KB))
Ebenso ist das Museum Langenargen bei Facebook und Instagram vertreten.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Museums oder per Mail.

 

Kontakt

Amt für Tourismus, Kultur
und Marketing

Obere Seestraße 2/1
Fon +49 (0)7543/9330-92
Fax +49 (0)7543/9330-5538
touristinfo@langenargen.de

Wetter in Langenargen

Wetter

mehr

owered by Komm.ONE