Museum

Kunst-Schatzkästchen am Bodensee

Gegenüber der spätbarocken Pfarrkirche St. Martin und dem angebauten Hospital zum Hl. Geist befindet sich im ehemaligen Pfarrhof das Museum Langenargen – heute ein international bekanntes Kleinod am Bodensee. Die Exponate zeigen Kunstwerke und Zeugnisse aus der über 1200-jährigen Geschichte Langenargens und der damit eng verknüpften Geschichte der Grafschaft Montfort. Man stellt Künstler vor, die hier geboren oder mit dem Ort eng verbunden waren oder noch sind. Gemälde, Plastiken und Münzen von der Romanik bis zur Gegenwart machen das Museum zu einem wahren Schatzkästchen voller Kunstwerke aus dem Bodenseeraum. Im zweiten Obergeschoss, der "Bel Etage", werden zudem jährlich wechselnde Sonderausstellungen gezeigt.
 

Das Museum Langenargen beherbergt die zweitgrößte öffentliche Sammlung des Malers Hans Purrmann (Schüler und Freund von Henri Matisse), diese wird nur noch von der Ausstellung in Purrmanns Heimatstadt Speyer übertroffen. Außerdem sehen Sie im Museum Werke von Franz Anton Maulbertsch (1724 Langenargen – 1796 Wien), Andreas Brugger (1737 Gattnau – 1812 Langenargen) und anderen bekannten Künstlern aus der Region.

Sommerausstellung 2020:

Im Dialog mit Hans Purrmann – Kunst der Moderne und Gegenwart in Langenargen

Die diesjährige Sommerausstellung lenkt das Augenmerk auf den renommierten Matisse-Schüler Hans Purrmann (1880–1966), dessen Werk einen Sammlungsschwerpunkt des Museums Langenargen bildet. Purrmann gilt als bedeutender Kolorist der Moderne, der mit seinen farbintensiven Landschaften, Interieurs, Stillleben, Akten und Porträts einen ganz eigenen künstlerischen Weg beschritten hat. Ergänzt um ausgesuchte Leihgaben, konzentriert sich die Ausstellung insbesondere auf Purrmanns überaus produktive Bodensee-Aufenthalte zwischen 1916 und 1935.
 
Die Präsentation beschränkt sich nicht alleine auf Purrmanns Gemälde, sondern umfasst auch herausragende, zum Teil selten gezeigte Arbeiten auf Papier. Darunter befinden sich fünf bislang unbekannte Zeichnungen im Museumsbesitz, die für diese Ausstellung aufwändig restauriert wurden. Die grafischen Werke offenbaren Purrmanns virtuosen Umgang mit Linie, Fläche, Figur und Raum und führen eindrucksvoll vor Augen, dass er auch jenseits der Farbe ein Meister seines Fachs war.
 
Um Purrmanns Œuvre in einem größeren Kontext zu beleuchten, eröffnet die Ausstellung drei spannungsreiche künstlerische Dialoge: Der erste Dialog beinhaltet Werke von Wegbegleiterinnen und -begleitern in Langenargen und am Bodensee, darunter vor allem von seiner Ehefrau Mathilde Vollmoeller-Purrmann sowie von Karl Einhart, Rudolf Großman, Julius Herburger, Marcel Dornier, Maria-Caspar Filser oder Karl Caspar.
 
Eine eindrucksvolle und anregende Brücke zur Gegenwart schlägt der zweite Dialog mit drei zeitgenössischen Künstlerinnen in Langenargen, die sich zum Teil ausdrücklich auf Purrmanns Werke beziehen: Inge Kracht, Dietlinde Stengelin und Annette Weber.
 
Ein dritter Dialog entspinnt sich mit der Dauerausstellung des Museums: Werke mit christlichen Motiven von Purrmann und anderen der Genannten sollen in den Räumen zum Mittelalter und der Frühen Neuzeit zur Diskussion darüber anregen, welche Relevanz Religion und religiöse Bilder in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts besitzen.
 

Geöffnet ist das Museum vom 22. März bis 01. November 2020 jeweils Dienstag bis Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 5,00 €, für Rentner, Behinderte, Auszubildende und Studenten 4,00 €. Freier Eintritt mit der ECHT BODENSEE CARD, für Übernachtungsgäste des Schwäbischen Bodensees gegen Vorlage der Gästekarte und für Kinder. Öffentliche Führungen gibt es immer mittwochs um 15.00 Uhr, zusätzlich sind Gruppenführungen nach Vereinbarung möglich.

Weitere Informationen zum Museum finden Sie unter www.museum-langenargen.de.

Zur Geschichte des Museums

In den 1970er Jahren sollte der verwahrloste, 1735-1740 erbaute, ehemalige Pfarrhof einem modernen Wohnhaus weichen. Doch die Baugesellschaft hatte nicht mit dem Widerstand der Bürger gerechnet. Aufgrund eines Bürgerbegehrens wurde das spätbarocke Gebäude 1973 unter Denkmalschutz gestellt und der Plan, das Haus abzureißen, konnte somit vereitelt werden.

Als Herr Professor Eduard Hindelang 1970 das Ausstellungsprogramm für die 1200-Jahrfeier von Langenargen organisierte, kam ihm der Gedanke an ein bleibendes Museum – ein Gedanke, der ihn seitdem nicht mehr losließ. Nun war der richtige Augenblick gekommen. Er begeisterte seine Mitbürger, gründete 1975 einen Museumsverein und wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Gemeinde kaufte das im Verfall begriffene Haus. Von Anfang an stand die gesamte Museumsarbeit auf ehrenamtlicher Basis, viele freiwillige Arbeitsstunden wurden bei der gründlichen Innenrenovierung des Pfarrhofes geleistet. Am 30. Mai 1976 konnte das Museum endlich eröffnet werden.

Heute ist das Museum mit seiner einzigartigen Struktur weit über die Bodenseeregion hinaus bekannt. Neue Schätze – von Herrn Professor Hindelang mit sicherem Instinkt aufgespürt und erworben – konnten den Eigenbesitz des Museums vergrößern. Von anfangs 38 Mitgliedern ist der Museumsverein auf knapp 2.000 angewachsen. Bis heute wird das Museum durch Privatinitiative erhalten, das heißt, alle Aufgaben, von der Verwaltung über die Finanzen bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit, werden ehrenamtlich getätigt.

Beitrittserklärung Museumsfamilie (PDF) ((66 KB))

 

Kontakt

Amt für Tourismus, Kultur
und Marketing

Obere Seestraße 2/1
Fon +49 (0)7543/9330-92
Fax +49 (0)7543/9330-5538
touristinfo@langenargen.de

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